Damit alle Kinder gut aufwachsen können

Verlässliche Betreuung ausbauen, Familien stärken

Rund 10.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren leben in Hennef. Der Förderung von Familien, Kindern und jungen Menschen kommt damit eine besondere Bedeutung zu. Wir wollen, dass alle Kinder und Jugendliche in unserer Stadt gut aufwachsen und ihre persönlichen Stärken frei entfalten können, unabhängig von Herkunft, Wohnort, familiären Verhältnissen, Einkommen der Eltern oder persönlichen Handicaps. Wir setzen mit der Unterstützung so früh wie möglich an, um präventiv zu wirken und gleiche Chancen im Leben zu schaffen. Denn auf den Anfang kommt es an für erfolgreiche Bildungskarrieren. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und damit die Familienfreundlichkeit unserer Stadt wollen wir weiter verbessern: für alle und vor allem verlässlich.

    • Um den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung erfüllen zu können, geht der Ausbau an Plätzen in Kita und Kindertagespflege weiter. Drei neue Kita-Gruppen wurden zuletzt eröffnet, eine neue fünfgruppige Kita Warth befindet sich seit dem Frühjahr im Bau. Wir investieren auch weiter, damit alle Kinder einen möglichst wohnortnahen U3- und Ü3-Platz in einer Kindertageseinrichtung finden können. Dabei ist der Bedarf weiter hoch, um allen einen Platz zu garantieren und bestehende Überbelegungen im Sinne guter pädagogischer Arbeit abzubauen. Beim Betrieb von Kitas setzen wir weiterhin auf eine breite Trägervielfalt und unterstützen die wichtige Arbeit von Kindertagespflegepersonen in Hennef.
    • Gute frühkindliche Bildung und Betreuung braucht vor allem Verlässlichkeit, denn Erziehung ist Beziehungsarbeit. Die alltäglichen Erfahrungen sind aufgrund des großen landesweiten Fachkräftemangels leider anders. Wir wollen in Hennef alle zur Verfügung stehenden Hebel nutzen, um für mehr Verlässlichkeit in der Kinderbetreuung zu sorgen, damit der Alltag für Familien funktioniert. Dazu gehört die stetige Weiterentwicklung der Notfallkonzepte und des schnellen Informationsaustausches zwischen Eltern und Einrichtungen sowie die Verbesserung der personellen Situation in den Kitas.
    • Als Träger der städtischen Kitas wirken wir dem Fachkräftemangel aktiv entgegen. Die erfolgreiche Personalwerbekampagne der Stadt muss dauerhaft fortgesetzt werden, genauso wie die Praxis beschleunigter Einstellungsverfahren. Kita-Personal wollen wir weiterhin explizit von den Sparanforderungen im Personalbereich ausnehmen und per Dauerausschreibung suchen. Den Einsatz von Alltagshelfer*innen setzen wir fort und wollen alle Möglichkeiten prüfen, z. B. ausgeschiedene (Rente) oder kommende (Studium) Fachkräfte sowie Fachkräfte aus dem Ausland einzusetzen. Multiprofessionelle Teams wirken nicht nur dem Fachkräftemangel entgegen, sondern stärken auch einen breiten Ansatz frühkindlicher Bildung und tragen zur optimalen Förderung bei. Die zusätzlich geschaffenen Ausbildungskapazitäten in unseren Kitas wollen wir auf diesem hohen Niveau halten und weiter in die attraktivere praxisintegrierte Ausbildung von neuen Fachkräften investieren. Nur so lässt sich der Fachkräftemangel in allen Bereichen langfristig effektiv bekämpfen.
    • Betreuungsausfall soll durch einen Springer-Pool und das Zurverfügungstellen von über die Mindestanforderungen hinausgehenden Stellenanteilen abgemildert werden. In Fällen von extremen Betreuungsausfall über längere Zeiträume sollen Elternbeiträge erstattet werden.
    • Als SPD bleibt die gebührenfreie Bildung von der Kita bis zur Hochschule das Ziel, um allen gleichen Zugang zu Bildung zu ermöglichen. In Hennef ist der Kita-Besuch in den letzten beiden Jahren vor der Einschulung beitragsfrei. Komplett beitragsfrei sind Kita und Tagespflege in Hennef für Familien mit besonders kleinen Einkommen. Darüber hinaus kommt eine sozial gestaffelte Tabelle zum Einsatz, um starke Schultern stärker zu beteiligen als kleine Einkommen. Unser Ziel eines grundsätzlich beitragsfreien Kita-Besuchs konnte noch nicht erreicht werden, angesichts der Haushaltslage in der Haushaltssicherung und der stark gestiegenen Kosten etwa durch eine berechtigte bessere Bezahlung von Kita-Personal (Tarifsteigerungen) und dem notwendigen Ausbau weiterer Plätze. Diese millionenschweren Mehrkosten werden zum Großteil von allen Bürger*innen durch den allgemeinen Haushalt und nur zu einem geringeren Teil durch Elternbeiträge getragen. Wir wollen nach dem Ende der Haushaltssicherung bei sich ergebenden finanziellen Spielräumen an dieser Stelle vorrangig Familien entlasten. Darüber hinaus muss das Land NRW endlich eine flächendeckende Lösung schaffen, wie es etwa in den SPD-regierten Bundesländern Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Bremen (beitragsfrei ab dem 2. bzw. 3. Lebensjahr) der Fall ist, sodass auch in finanzschwachen Kommunen Eltern entlastet werden können und die Höhe der Elternbeiträge nicht von der Postleitzahl abhängt. Die bestehenden Geschwisterregelungen in Hennef wollen wir erhalten, um Familien mit mehreren Kindern nicht übermäßig zu belasten.
    • Frühkindliche Bildung muss nicht nur verlässlich und bezahlbar sein, sondern qualitativ hochwertig. Dazu unterstützen wir die fortwährende Fortbildung von Fachkräften. Für uns setzt die Vermittlung von Werten wie Respekt, Vielfalt, Demokratie, Toleranz und Diversität bereits mit dem Bildungsauftrag der Kitas an.
    • Wir setzen uns für eine gesunde, abwechslungsreiche und bezahlbare Frühstücks- und Mittagsverpflegung in Kitas und Schulen ein. Das Angebot soll so gestaltet sein, dass alle Kinder es nutzen können. Niemand soll aus finanziellen Gründen davon ausgeschlossen sein. Wo keine bestehenden Systeme zur Unterstützung greifen, wollen wir diese städtisch schaffen.
    • Die Übergänge in den Bildungssystemen etwa zwischen Kita und Grundschule wollen wir optimal und möglichst hürdenfrei gestalten. Ebenso ist die Verknüpfung mit anderen Angeboten etwa von Trägern und Vereinen wichtig. Das Angebot für Familien in den Schulferien wollen wir weiter ausbauen.
    • Um Familien optimal zu unterstützen, setzen wir weiterhin auf frühe Hilfen und starke Präventionsketten etwa durch die Familienhebamme oder den Neugeborenenbesuchsdienst. Einfach zugängliche Unterstützung liefert auch weiterhin die Familienberatungsstelle. Die bestehenden Angebote müssen niederschwellig zugänglich und bei allen bekannt sein. Dazu entwickeln wir z. B. die von der Stadt Hennef eingeführte Familien-App „Familienkompass“ stetig fort. Kinder- und Jugendschutz sowie die Kinderrechte wollen wir bei allen Themen, Projekten und Veranstaltungen mitdenken und die Prävention vor Gewalt, Drogen etc. stärken. Die bestehenden Systeme im Amt für Kinder, Jugend und Familie wollen wir trotz vieler Herausforderungen wie Fachkräftemangel, fehlende Unterbringungsplätze und finanzieller Schieflage stets einsatzfähig halten, um dem Kindeswohl und dem Schutz von Kindern und Jugendlichen jederzeit nachkommen zu können.
    • Die Angebote der offenen und aufsuchenden Jugendarbeit wollen wir sichern und immer attraktiv für die Zielgruppen halten, so etwa das Jugendzentrum „Key“, den „JWD“-Bus für die Dorfkinder, das Streetwork oder den Jugendpark, den wir für die Sommermonate klimaangepasst aufwerten. Die Angebote wollen wir weiter auch für die Bedürfnisse von homo-, bi-, inter- und transsexuellen jungen Menschen sensibilisieren und entsprechende Projekte wie die Kontaktstelle „OFFBEAT“ fördern. Alle Angebote sollen inklusiv ausgerichtet sein. An der Weiterentwicklung der Angebote werden wir Kinder und Jugendliche mit ihren Wünschen direkt beteiligen.
    • Die Interessen und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen wollen wir in die kommunalpolitische Entscheidungsfindung und in die Entwicklung unserer Stadt an möglichst vielen Stellen einbinden, z. B. über das Junge Parlament oder über spezielle Beteiligungsformate.
    • Wir sorgen in Kooperation mit den vielen engagierten Dorfvereinen flächendeckend für attraktive und sichere Spielplätze, die regelmäßig kontrolliert und unter Beteiligung von Kindern und Jugendlichen weiterentwickelt werden. Dabei sollen inklusive Elemente eine stärkere Rolle spielen. Das große Angebot an Flächen in Hennef wollen wir sichern und bedarfsgerecht ergänzen, wie zuletzt mit der Spielwiese im Hennefer Zentrum oder dem Hangspielplatz in Stadt Blankenberg. So streben wir die Errichtung weiterer Spielflächen u. a. im Bereich Uckerath-Süd und Hüchel an. Einen stärkeren Blick wollen wir auf die Gestaltung von Schulhofflächen mit Aufenthaltsqualität und Bewegungsflächen richten, die auch außerhalb von Unterrichtszeiten für die Freizeit von Kindern und Jugendlichen genutzt werden sollen. Für Jugendliche und junge Erwachsene wollen wir mehr attraktive, freie und selbstgestaltete Räume für ihre Freizeitgestaltung in Hennef zur Verfügung stellen.