Mit Schwämmen und Reinigungsmittel machten sich die Hennefer Jusos auf einen Weg durch Geistingen. Angesteuert wurden die verlegten und zum Teil schon sehr verfärbten Stolpersteine, die die Jusos im Vorfeld des 80. Jahrestages der Reichspogromnacht reinigten.

Über 70.000 dieser Stolpersteine gibt es mittlerweile in Europa, 27 in Hennef. Sie erinnern an das Schicksal jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger im Nationalsozialismus.

„Die Stolpersteine hier halten die Erinnerung an Henneferinnen und Hennefer aufrecht, die erst drangsaliert und ausgegrenzt, schließlich dann deportiert und ermordet wurden, nur weil sie Juden waren. So sind sie kleine Mahnmale gegen Menschenhass und auch Gleichgültigkeit. Nach der Reinigung fallen sie nun hoffentlich wieder mehr ins Auge“, erklären Patrick Huhn und Henrik Schmidt von den Hennefer Jusos.

Die Zerstörung der Geistinger Synagoge erfolgte am 10. November 1938. Nachdem die Hennefer Nationalsozialisten während der Reichspogromnacht nicht tätig geworden waren, nahm der Hennefer Nazi-Bürgermeister die Sache am nächsten Tag selbst in die Hand und veranlasste die Brandstiftung. In den Akten heißt es dreist: Kurzschluss. Während des Pogroms wurden auch Hennefer Juden inhaftiert. 1942 wurden die letzten Juden, die zuvor schon in sogenannten „Judenhäusern“ zusammengepfercht wurden, aus Hennef deportiert.

„Die Erinnerung an diese Ereignisse müssen immer wieder auch im Alltag präsent gehalten werden. Gerade in Zeiten, in denen politische Kräfte erstarken, die gezielt auf die Ausgrenzung von Minderheiten und rassistische Vorurteile setzen sowie ein Ende der wichtigen Erinnerungskultur einfordern, ist es von besonderer Bedeutung, Zeichen zu setzen“, so der stellvertretende SPD-Vorsitzende und Juso-Kreisvorsitzende, Mario Dahm.

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